Leseprobe: Francisco Asensio Cerver: Modernes Wohndesign

Farben

Buchtitel

Farbe ist ein bestimmender Faktor bei der Wohnungsgestaltung. Bevor man sich für eine Farbe entscheidet, sollte genau bedacht werden, welche Wirkung sie auf einen Raum ausübt. Dabei spielt das Licht eine wesentliche Rolle. Das natürliche Licht sorgt in den meisten Stunden des Tages für Beleuchtung, es modifiziert seine Farbtöne im Tagesverlauf und ändert sich je nach der Jahreszeit. Man sollte sich also zunächst vergewissern aus welcher Himmelsrichtung das natürliche Licht kommt, das durch die Türen und Fenster eines Zimmers dringt, um daraus den größtmöglichen Nutzen zu ziehen.

Nordlicht beispielsweise ist kalt, der Schatten wandert hier nur wenig. Wenn sich ein Raum nach Norden orientiert, ist es ratsam, die harte Wirkung des Lichts durch die Wahl warmer Farben auszugleichen. Im Gegensatz dazu ist in einem nach Süden ausgerichteten Raum intensives und zugleich wanderndes Tageslicht vorherrschend. Kalte Farben sorgen für eine Milderung des starken Lichts, vor allem im Sommer. Das Ostlicht ist das erste Licht des Tages und wandelt seine Intensität im Lauf der Stunden, bis es völlig neutralisiert ist. Orientiert sich ein Raum dagegen nach Westen, ist das natürliche Licht in den Nachmittagsstunden unter Umständen so stark, dass es störend wirkt. Hier können eine geschickte Farbwahl sowie Jalousien, Gardinen und Vorhänge helfen, die Intensität zu mildern.

Das Spektrum der kalten Farben reicht von Blau bis Grün, während die warmen Töne zwischen Gelb und Rot angesiedelt sind. Diese Überlegungen sind grundlegend, ehe man beginnt, sich für die Farbe von Möbeln, Wänden oder Fußböden zu entscheiden - doch auch der persönliche Geschmack und die Frage, welche Wirkung in einem Zimmer eigentlich erreicht werden soll, sind wesentliche Faktoren. Natürlich werden Gestaltung und Farbwahl auch maßgeblich von Modeerscheinungen beeinflusst.

Mit freundlicher Genehmigung von Könemann in der Tandem Verlags GmbH & Co. KG, Köln 2000
ISBN-Nummer 3-8290-2844-X