©Pergande-fotolia.com

Mörderische Skizzen

Alison

"Als es Zeit wurde, sich für die Party zurecht zu machen, ging ich ins Badezimmer und schloss mich ein.

Ein Gefühl tiefer Angst hielt mich fest im Griff. Es war keine Todesangst, sondern etwas viel Schlimmeres: die Furcht davor, mich selbst für immer zu verlieren. Ich fühlte, wie meine Konturen immer wieder für einen Moment verschwammen, meine Farben verblassten und ich Gefahr lief, in unbekannten Dimensionen zu verschwinden. Ich klammerte mich am Waschbecken fest und starrte mein Gesicht im Spiegel an. Keinen Moment lang ließ ich mich aus den Augen, weil ich Angst hatte, ich könnte nicht mehr da sein, wenn ich wieder in den Spiegel blickte."

Harrys Nebenfigur Alison ist eine eigenartig schillernde Persönlichkeit. Sie verfügt über ein lediglich grob skizziertes Gewissen und eine große Neugier. Ihre flüchtige Charakterzeichnung empfindet sie immer wieder als Bedrohung, weil sie das Gefühl hat, dass sie sich manchmal an den Rändern aufzulösen beginnt. Doch zugleich gibt ihr diese grobe Skizzierung beinahe unbegrenzte Entfaltungsmöglichkeiten.

Man sollte Harry seine oberflächliche Charakterzeichnung nachsehen; eine Figur, die bald auf dem Altar der Spannung geopfert werden soll, muss nicht unbedingt Tiefe haben … es sei denn, sie macht sich selbstständig und gewinnt ein Eigenleben, das von ihrem Schöpfer niemals geplant war.